Fiseurtermin bei unseren Schafen

Vergangene Woche war es wieder soweit - Für 250 Schafe stand der Friseurtermin an. 

Unsere Schafscherer Rainer Blümelhuber und Leonhard Mück übernehmen für uns diese Arbeit, denn sie scheren nicht nur viel schneller, sondern auch viel sauberer als wir. Rainer Blümelhuber ist mehrfacher Bayerischer und Deutscher Meister im Schafscheren und braucht für ein Schaf gerade Mal zwei Minuten.

Zwei Mal im Jahr werden unsere Schafe geschoren, denn im Gegensatz zu anderen Rassen wie Merinolandschaf haben Bergschafe eine besonders langabgewachsene Wolle,  welche schneller verfilzt. Unsere Mutterschafe werden nach Möglichkeit noch vor dem Ablammen im Herbst geschoren, da die kurze Wolle nach der Geburt weniger leicht verkleben und weniger Dreck hängen bleiben kann. Außerdem finden die kleinen Lämmer so viel leichter an das Euter ihrer Mutter, als wenn die Zitzen hinter der langen Wolle versteckt sind. Der zweite Termin ist immer im Frühjahr, bevor die Schafe wieder auf die Weide kommen.

Bevor es also losgehen kann, mussten wir dieses Jahr erst einmal alle von der Weide nach Hause in den Stall bringen. Anders als sonst sind wir dieses Mal mit dem Anhänger gefahren, anstatt zu Fuß gelaufen, denn unsere Mutterschafe sind mittlerweile hochträchtig und nicht mehr so gut auf den Beinen, da wäre der Fußmarsch einfach zu weit gewesen.

Im Stall wird dann ein langer Wartegang aufgebaut, von dem aus es in die sogenannte "Schurbox" geht. Aus dieser Box werden die Schafe rausgenommen und auf den Rücken gedreht und so den Scherern "aufgesetzt".

Für alle 250 Stück haben unsere Scherer nicht einmal einen Tag gebraucht und danach durften die Schafe schon wieder auf die Weide raus. Jetzt fehlen nur noch unsere rund 80 Kilber, also die Nachzuchtherde. Die werden erst in den nächsten Wochen geschoren.

 

Warum werden die Schafe überhaupt geschoren?

Schafscheren ist übrigens keine Tierquälerei, wie es vielleicht manche Tierschutzorganisationen gerne darstellen!

Ganz im Gegenteil, für die Tiere ist es besonders wichtig, dass sie geschoren werden, denn sonst verfilzt ihre Wolle und dann kommt irgendwann keine frische Luft mehr an ihre Haut. Nur Haarschafrassen verlieren ihre Haare, wie Katzen oder Hunde und müssen deshalb nicht geschoren werden. 

Unsere Scherer wissen außerdem sehr genau, wie man das Schaf während der Schur richtig hält, damit es ruhig bleibt, und achten darauf, dass möglichst keine Schnittwunden entstehen. Falls doch, werden die Schafe sofort mit Blauspray behandelt.

 

Was passiert mit der Wolle?

Die Wolle wird noch während dem Scheren in unterschiedliche Säcke nach Farben sortiert - weiß, braun, schwarz und gescheckt. Mit der Wolle fahren wir dann nach Österreich ins Ötztaler Schafwollzentrum, wo unsere Wolle gewaschen und weiterverarbeitet wird. Von einem Teil der Wolle lassen wir Sitzkissen für unseren Hofladen machen und der andere Teil wird ans Ötztaler Schafwollzentrum verkauft. Die Preise für Wolle sind bei uns in Deutschland sehr gering. So bekommt man zum Beispiel für ein Kilogramm schwarze Wolle 1,20 bis 1,50 €. 

Da jeder unserer Scherer schon über 2 € pro Schaf bezahlt bekommt, ist damit nicht einmal das Scheren an sich abgedeckt. 

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